Sommerpause

29. Juni 2011

Liebe Leserinnen und Leser von biblionline.ch (falls ihr überhaupt existiert)

Bis Mitte September werden infolge Umbauarbeiten und Sommerpause keine neuen Blog-Beiträge mehr erscheinen.

Danach werde ich mit frischem Elan aus der digitalen Bibliothekslandschaft Schweiz berichten.

Geniesst den Sommer und bis bald.

Fabian

This Week in Libraries

17. Juni 2011

“This Week in Libraries” ist eine wöchentliche Talkshow mit internationalen Gästen aus dem Bibliotheksbereich. Produziert wird sie von den beiden Holländern Erik Boekesteijn und Jaap van de Geer, wobei ersterer auch als charmanter und witziger Moderator auftritt. Die Show dauert jeweils ungefähr 40 Minuten und befasst sich meist mit neuen bibliothekarischen Trends und Innovationen. Unterstützt wird “This Week in Libraries” von der Amsterdam Public Library, die auch das Studio zur Verfügung stellt. Die beiden Herren sind allerdings auch viel unterwegs, so dass schon aus Bibliotheken und von Konferenzen rund um den Globus gesendet wurde.

Letzte Woche waren sie am Deutschen Bibliothekartag in Berlin. Zu Gast hatten sie im Rahmen der Zukunftswerkstatt die beiden “Cycling for Libraries”-Organisatoren Mace Ojala und Jukka Pennanen, sowie die Direktorin der Stadtbibliothek Köln, Hannelore Vogt:

NEBIS und IDS Zürich fusionieren

15. Juni 2011

Endlich kommt zusammen, was eigentlich schon seit Jahren zusammengehört: Die beiden Verbünde NEBIS (ETH-Bibliothek, Zentralbibliothek u.a.) und IDS Zürich (Bibliotheken der Universität Zürich u.a.) fusionieren zum grössten Schweizer Verbund mit ungefähr sieben Millionen verzeichneten Titeln.

Für die Benutzer war es von Anfang an unverständlich, wieso in Zürichs Hochschullandschaft zwei Bibliotheksverbünde nebeneinander existieren, auch wenn seit letztem Jahr zumindest die Recherche über swissbib Zürich vereinfacht wurde. Pläne für einen Zusammenschluss gab es schon seit 1999. Aber erst 2006 einigte man sich grundsätzlich zur Fusion und 2010 wurde eine externe Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die zu einem positiven Ergebnis kam.

Und so wurde am 6. Juni das Projekt INUIT (Integration Bibliothekssystem Universität Zürich) lanciert, das auf zwei Jahre ausgelegt ist. Federführend sind die ETH-Bibliothek, die Hauptbibliothek Universität Zürich und die Zentralbibliothek Zürich. Konkret geht es dabei vor allem um die technische Integration der beiden Bibliothekssysteme inklusive ihrer Datenbestände. Davon erhofft man sich synergetische Vorteile vor allem in der Katalogisierung (Aufwertung der Bestandesdaten) und in der Benutzung (gemeinsame Recherche), sowie allgemein einen Abbau von Redundanzen und Kosten durch eine leistungsfähige Verbundzentrale.

Weiterführende Informationen liefern ein übersichtlicher Flyer und der Blog des Projekts.

Wie sehen Bibliothekarinnen aus?

10. Juni 2011

Im folgenden Video werden einige witzige Klischees über das Aussehen bzw. die Kleidung von Bibliothekarinnen abgehandelt.



[via Bibliothekarisch.de]

Bibliothekskataloge: Wünsche der Benutzer

9. Juni 2011

Enrico Natale hat sich in einem Beitrag auf infoclio.ch zur Anreicherung von Bibliothekskatalogen geäussert. Dabei verweist er auf eine interessante Umfrage des hessischen Bibliotheksverbundes (HeBIS), an der rund 22’000 Benutzer (vorwiegend Studenten an Hochschulen) teilgenommen haben.

Gewünscht wird von einem Katalog (absteigende Priorität):

  1. Standort, Ausleihbarkeit und vor allem Ausleihstatus eines Mediums schon in der Trefferliste
  2. Möglichkeit zur Verfeinerung und Filterung der Trefferliste
  3. Rechtschreibkorrektur, automatische Eingabevervollständigung und Suchvorschläge
  4. Anreicherung durch Zusatzinformationen (v.a. Inhaltsverzeichnis, Zusammenfassung und Textauszüge)
  5. Schnittstelle zu Literaturverwaltungssystemen
  6. Benachrichtigungsdienst für neue Katalogeinträge
  7. Möglichkeit zur Vergabe eigener Schlagwörter
  8. mobile Version des Katalogs
  9. Schnittstelle zum Online-Buchhandel
  10. Schnittstelle zu Bookmarking-Systemen
  11. Schnittstelle zu Sozialen Netzwerken

Diese Prioritätenliste zeigt, dass die Benutzer eher klassische Katalogelemente bevorzugen und kaum an Social Media-Spielereien interessiert sind. Lieber Google als Facebook, um es zugespitzt zu formulieren. Die Umfrage wirft somit auch ein fragwürdiges Licht auf den Hype um Social Media, der längst auch in den Bibliotheken Einzug gehalten hat.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage sind hier zusammengefasst. Eine detaillierte Gesamtauswertung im PDF-Format gibt es hier.

Hat die Bibliothek eine Zukunft?

7. Juni 2011

In der Sendung “Reflexe” von Radio DRS 2 diskutierten heute Morgen Marie-Christine Doffey (Direktorin der Nationalbibliothek) und Peter Haber (Privatdozent an der Universität Basel und Mitbegründer von hist.net) über die Frage “Hat die Bibliothek eine Zukunft?”:

“Die Bibliothek, einst Inbegriff der Erhaltung von Wissen, nimmt sich im Zeitalter des Internet als Anachronismus aus: [...] Mit dem iPhone tragen wir heute den grössten Katalog der Welt buchstäblich in der Tasche. Literatur findet man auf Google Books, durchsucht die Bände per Volltextsuche und kopiert das Gewünschte in Sekundenschnelle per Copy & Paste. Wird Google zur Bücherei der Welt? Hat die Bibliothek ausgedient?”

Die Sendung kann hier gehört werden.

Die ZB Zürich twittert

6. Juni 2011

Die ZB Zürich hat sich anscheinend nach der Diskussion von Anfang Mai nun dazu entschlossen, auch Twitter als Kommunikationskanal einzusetzen. Soeben waren nämlich die ersten Tweets zu vernehmen.

retro.seals.ch: über 2 Millionen Seiten digitalisiert

5. Juni 2011

Eines der Teilprojekte von e-lib.ch ist das Zeitschriftenportal retro.seals.ch, welches wissenschaftliche Zeitschriften aus der Schweiz digitalisiert und im Volltext frei zugänglich macht. Laufend werden neue Zeitschriftentitel hinzugefügt, wodurch soeben ein zahlenmässiger Meilenstein vermeldet werden konnte:

“In den vergangenen Wochen ist die Zahl der über die Plattform retro.seals.ch zugänglichen Zeitschriften weiter angestiegen. Seit Kurzem sind somit mehr als 2 Millionen digitalisierte Zeitschriftenseiten im Volltext online verfügbar.”

Weitere Informationen zu retro.seals.ch gibt es in einem früheren Beitrag.

Cycling for Libraries

3. Juni 2011

Der 100. Deutsche Bibliothekartag findet vom 7. bis zum 10. Juni in Berlin unter dem Motto “Bibliotheken für die Zukunft – Zukunft für die Bibliotheken” statt. Die meisten Teilnehmer werden wohl mit dem Zug oder dem Flugzeug anreisen. Das ist langweilig, dachten sich rund hundert Bibliothekarinnen und Bibliothekare aus 15 verschiedenen Ländern und starteten am 28. Mai in Kopenhagen mit dem Velo in Richtung Berlin zur “ersten bibliothekarischen Unkonferenz auf Rädern” oder Cycling for Libraries.

Unterwegs finden zahlreiche Veranstaltungen und Präsentationen mit und ohne bibliothekarischen Bezug statt, die schliesslich in einer Fahrraddemonstration durch Berlin-Mitte gipfeln. Bibliothekarisch.de liefert täglich einen kurzen Videorückblick auf die absolvierte Etappe.

Hier der offizielle Teaser:

ZB Zürich: Datenbank des Monats

3. Juni 2011

Die ZB Zürich kürt aus ihrem umfangreichen Bestand jeweils eine Datenbank des Monats. Zur Datenbank des Monats Juni wurde soeben das Lexikon des Mittelalters online (LexMA online) von Brepolis gewählt:

“Geboren war ein Standardwerk der Mediävistik, das in 36’000 Artikeln alle Bereiche der mittelalterlichen Kultur, Politik und Gesellschaft in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten beleuchtet. [...] Die Datenbank bietet sämtliche Beiträge der gedruckten Ausgabe mit allen Möglichkeiten der Volltextsuche. Darüber hinaus führt ein Link von jedem Lexikonartikel in die Fachdatenbanken der Mediävistik und sorgt auf diese Weise für weiterführende, stets aktuelle Literaturhinweise.”

Schweizer Hochschulen und Social Media

2. Juni 2011

Social Media sind zwar auch hierzulande in aller Munde, dennoch scheinen die Schweizer Hochschulen im Vergleich zum Ausland noch Nachholbedarf zu haben. Deshalb hat swissnex San Francisco (eine Organisation zur Förderung des Wissenstransfers von Nordamerika in die Schweiz) das Projekt Swiss Academia and the Social Media Landscape lanciert. Dieses soll während zwei Jahren die Situation der Schweizer Hochschulen in Bezug auf Social Media evaluieren, mit Hilfe diverser Veranstaltungen das Know-How und die Sensibilität steigern, sowie Netzwerke und Plattformen zum Austausch unter den beteiligten Institutionen zur Verfügung stellen.

Meiner Meinung nach sind die Hochschulbibliotheken als klassische Informationsinstitutionen dazu prädestiniert, eine Führungsrolle im Bereich der Social Media zu übernehmen. Sie sollten diese neuen Entwicklungen auf keinen Fall verschlafen, sondern sich aktiv an Projekten wie diesem beteiligen.

Weitere Infos gibt es auf dem Blog des Projekts, sowie auf Facebook und Twitter. Hier ein paar Eindrücke vom Kickoff-Meeting am 24. Mai in Bern:

Living Library in Zürich

27. Mai 2011

Bibliothek mal ganz anders: Am 29. Mai 2011 kann man in der Living Library in Zürich Menschen statt Bücher ausleihen. Die zur Ausleihe für ein halbstündiges Gespräch bereitstehenden Personen gehören sozialen Gruppen an, die häufig mit Vorurteilen belegt sind: zum Beispiel ein Banker, eine Muslimin mit Kopftuch, eine Sex-Arbeiterin und ein Jude. Ziel der Veranstaltung ist es, durch persönlichen Dialog und direkt vermitteltes Wissen Brücken zu schlagen und Verständnis für Andersdenkende zu fördern. Definitiv eine schöne Idee, wie ich finde. Mehr zur internationalen Bewegung auf humanlibrary.org und auf Wikipedia.

Neue Herausforderungen für Bibliotheken

26. Mai 2011

Rudolf Mumenthaler von der ETH-Bibliothek hat am 20. Mai am Springer Library Summit in Zürich einen Vortrag zum Thema “Neue Herausforderungen für Bibliotheken” gehalten:

Zusätzlich sind die wichtigsten Erkenntnisse des Vortrags auf Innovation@ETH-Bibliothek zusammengefasst.

Nationalbibliothek: Spam auf Facebook

26. Mai 2011

Die Nationalbibliothek beschwert sich über Spam auf Facebook. Deshalb ist von nun an nur noch sie selbst dazu berechtigt, auf ihrer Pinnwand zu posten. Ein Rückfall ins Web 1.0-Zeitalter inmitten des Social Media-Hypes also sozusagen…

ETH-Bibliothek: Web of Science

26. Mai 2011

Die ETH-Bibliothek vermeldet, dass die gigantische Zitationsdatenbank “Web of Science” (mehr als 60 Millionen Einträge) innerhalb des ETH-Netzes nun direkt über das Wissensportal durchsucht werden kann und dabei auch auf den Originaleintrag zugegriffen werden kann.